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Podcast-Player fürs iPhone im Vergleich: Welche App passt zu dir?

Wir bauen selbst einen Podcast-Player. Ein Vergleich von uns ist also nie ganz neutral – das sagen wir lieber gleich. Wir haben uns deshalb an das gehalten, was die Hersteller selbst angeben, und schreiben ehrlich dazu, wo andere Apps die bessere Wahl sind.

Claude Flaig 5 Min. Lesezeit

Mehrere iPhones nebeneinander vor einem Podcast-Mikrofon – Podcast-Apps im Vergleich

Die kurze Antwort

  • Apple Podcasts, wenn du einfach anfangen willst: vorinstalliert, kostenlos, mit Transkripten und Video.
  • Overcast, wenn du viele Gesprächs-Podcasts hörst und Wert auf Klang und Zeitersparnis legst.
  • Pocket Casts, wenn du auch Android, Windows oder den Browser nutzt.
  • Castro, wenn du viele Shows abonnierst und neue Folgen erst sichten willst.
  • Spotify, wenn du ohnehin dort Musik hörst und deine Shows exklusiv bei Spotify laufen.
  • zentr, wenn Podcasts für dich nur ein Teil sind – neben Apple Music, Hörspielen und YouTube-Kanälen.

Die Apps im Überblick

Podcast-Apps für iPhone und iPad im Vergleich (Stand November 2026, nach Herstellerangaben)

Apple PodcastsOvercastPocket CastsCastrozentr
PreismodellKostenlosKostenlos mit Werbung, Premium-AboKostenlos, Plus-AboKostenlos, Plus-AboYouTube gratis, sonst zentr Play¹
PlattformeniPhone, iPad, Mac, Watch, Web u. a.iPhone, iPad, WatchiOS, Android, Web, DesktopiPhone, iPad, WatchiPhone, iPad, Mac (Beta)
Inbox zum Sichten neuer Folgen–––JaJa
Stille kürzen–Smart SpeedJaPlusJa²
Stimmen anhebenDialoge verbessernVoice BoostJaPlusLautstärke-Boost²
TranskripteJaJaJaAus dem FeedJa³
OPML-Import und -Export–JaJaJaJa
CarPlayJaJaJaJaJa
Apple Music & Hörspiele in derselben Queue––––Ja
YouTube-Kanäle als Abo––––Ja
Eigene Audiodateien–PremiumPlusPlusJa
„–“ heißt: in den offiziellen Beschreibungen der Hersteller nicht als Funktion genannt. Apps entwickeln sich schnell; prüfe Details im App Store. ¹ zentr Play als Abo oder Einmalkauf, in der TestFlight-Beta kostenlos. ² Bei heruntergeladenen Folgen. ³ Aus dem Feed; fehlt dort eins, erstellt zentr es auf dem Gerät aus der geladenen Folge (je nach Sprache).

Apple Podcasts: der einfache Start

Apple Podcasts ist auf jedem iPhone installiert, kostet nichts und deckt das Wichtigste ab: Abos, Downloads, Kapitel, Transkripte und eine Funktion, die Dialoge verständlicher macht. 2026 hat Apple zudem ein neues Video-Erlebnis eingeführt, bei dem du zwischen Sehen und Hören wechseln kannst. Wer wenige Shows hört und nichts einrichten will, braucht oft nichts anderes.

Weniger gut: Mit vielen Abos wird die Bibliothek unübersichtlich, und eine echte Inbox zum Sichten neuer Folgen fehlt.

Overcast: der Klassiker für Vielhörer:innen

Overcast ist seit über zehn Jahren eine der beliebtesten unabhängigen Podcast-Apps. Bekannt ist sie für Smart Speed, das Sprechpausen kürzt, ohne das Tempo zu verzerren, und Voice Boost, das Lautstärke zwischen Shows angleicht. Seit April 2026 erzeugt Overcast auch Transkripte, die sich über die ganze Bibliothek durchsuchen lassen. Die meisten Funktionen sind kostenlos und werbefinanziert, ein Premium-Abo entfernt die Werbung.

Weniger gut: nur auf Apple-Geräten, und der Fokus liegt klar auf Audio-Podcasts.

Pocket Casts: für alle Plattformen

Pocket Casts ist die naheliegende Wahl, wenn du nicht nur Apple nutzt. Abos, Fortschritt und Filter synchronisieren zwischen iPhone, Android und Web. Dazu kommen Ordner, Transkripte und viele Einstellungen. Einige Funktionen wie Ordner, Desktop-Apps oder eigene Dateien gibt es nur mit dem Plus-Abo.

Weniger gut: Die vielen Optionen machen die App für Einsteiger:innen etwas komplexer.

Castro: Sichten statt Abarbeiten

Castro hat das Inbox-Prinzip für Podcasts bekannt gemacht: Neue Folgen landen in einem Bereich zum Sichten, du übernimmst die guten in deine Warteschlange und verwirfst den Rest. Wer 30 Shows abonniert hat, aber nur jede fünfte Folge hört, wird das lieben. Funktionen wie Stille kürzen und Stimmen anheben gibt es mit Castro Plus.

Weniger gut: nur für Apple-Geräte, und die nützlichsten Audio-Funktionen kosten extra.

Spotify: Musik und Podcasts in einer App

Spotify hat Podcasts früh in die Musik-App geholt und setzt stark auf Video-Podcasts und exklusive Shows. Wer seine Musik ohnehin dort hört, hat damit alles an einem Ort. Warum Podcasts heute über so viele Plattformen verstreut sind, erklären wir in Podcasts auf YouTube und in der Podcast-App.

Weniger gut: Shows ohne offenen Feed, starke Empfehlungen auf der Startseite und kein OPML-Export, wenn du wechseln willst.

zentr: Podcasts als Teil von allem

zentr ist kein reiner Podcast-Player. Die App ist für Menschen gebaut, deren Abendprogramm aus einem Podcast, einem Album, einer Hörspielfolge und einem YouTube-Video besteht – und die dafür nicht vier Apps öffnen wollen. Für Podcasts heißt das:

  • Suche und RSS: Shows findest du über den Apple-Podcasts-Katalog oder fügst einen RSS-Feed, die offene Abo-Adresse einer Show, direkt ein.
  • Umzug leicht gemacht: OPML-Import und -Export (deine Abo-Liste als Datei), kompatibel mit Overcast, Pocket Casts und Co. Deine Apple-Podcasts-Abos überträgst du per Kurzbefehl.
  • Inbox und Queue: Neue Folgen landen in einer chronologischen Inbox, die besten ziehst du in die Warteschlange – zusammen mit Musik, Hörspielen und Videos. Ein Filter zeigt auf Wunsch nur die Podcasts.
  • Audio- und Video-Podcasts, mit Bild-in-Bild, damit das Video weiterläuft, während du eine andere App nutzt.
  • Offline: Folgen in der Warteschlange werden automatisch geladen, auf Wunsch nur im WLAN.
  • Kapitel aus Shownotes, Feed und Datei; Intro überspringen pro Show. Folgen ohne Kapitel bekommen auf Geräten mit Apple Intelligence automatisch welche.
  • Transkripte laufen im Player mit, ein Tipp auf eine Zeile springt an die Stelle. Liefert der Feed keins, erstellt zentr es direkt auf dem Gerät.
  • Tempo von 0,75× bis 2×, auf Wunsch fest pro Podcast. Stille kürzen und Lautstärke-Boost für geladene Folgen.
  • Sleep Timer bis zum Ende der Episode, mit sanftem Ausblenden.

Wo andere besser sind: zentr läuft nur auf Apple-Geräten, nicht auf Android oder im Web, und gibt dir keine persönlichen Podcast-Empfehlungen: „Finden“ zeigt nur Charts und eine kleine kuratierte Auswahl. Eigene Transkripte erstellt zentr nur aus heruntergeladenen Folgen und nur in Sprachen, die dein Gerät erkennt. Wer ausschließlich Podcasts hört und plattformübergreifend unterwegs ist, ist mit Pocket Casts besser bedient. Wer maximale Audio-Feinheiten für Gesprächs-Podcasts will, mit Overcast.

So wechselst du die Podcast-App ohne Verlust

  1. OPML exportieren: Die meisten unabhängigen Apps exportieren deine Abos als OPML-Datei, meist in den Einstellungen unter „Import/Export“.
  2. In der neuen App importieren. Deine Shows sind sofort da. Was du schon gehört hast, wird dabei meist nicht übernommen.
  3. Zwei Wochen parallel nutzen. Lösch die alte App erst, wenn du sicher bist.
  4. Exklusive Shows prüfen: Spotify-Exklusives oder reine YouTube-Podcasts haben keinen offenen Feed und lassen sich nicht per OPML umziehen.

Quellen

  1. Apple Newsroom: Neues Video-Erlebnis in Apple Podcasts (Februar 2026)
  2. Overcast: Produktseite
  3. 9to5Mac: Overcast startet Podcast-Transkripte (08.04.2026)
  4. Pocket Casts: Produktseite
  5. Pocket Casts Support: Playback Effects (Stille kürzen, Volume Boost)
  6. Castro Blog: Transkripte aus dem Feed (07.02.2025)
  7. Castro Blog: Transkripte aus dem Feed (07.02.2025)
  8. Castro: App-Store-Beschreibung
  9. Podcast News Daily: Overcast hebt erstmals seit acht Jahren die Preise an (2024)